„Von Poesie, Motten und Pragmatismus“

Lang habe ich nichts von mir hören lassen, da mir schlicht und einfach nichts eingefallen ist. „Ausreden“ wie Messe, Onlineshop bestücken, fotografieren, texten lassen sich nicht wegdiskutieren. Ich war nicht untätig soll das heißen.

Der Winter zieht sich langsam zurück und das Licht wird wieder heller und verändert sich ganz langsam und allmählich. Die Vögel singen am Morgen trotz eisiger Temperaturen und bestimmt kaltem Gefieder. Schneeglöckchen lassen sich erahnen. Unsere Sehnsucht nach Frühling und Erneuerung keimt auf, obwohl wir noch unsere warmen Sachen brauchen.

Im Laden bin ich von Kopf bis Fuß auf Frühling eingestellt. Die Frühlingsfarbe der neuen Saison ist und bleibt auch in diesem Jahr SCHWARZ. (Achtung Ironie)

Es gibt viele neue Töne gerade in der Kofferware. Auch ein kräftiges Himbeerrot wird sich noch zeigen. Weiß und Khaki lassen sich wunderbar kombinieren. Unser heißgeliebtes schwarz ist natürlich nicht wegzudenken. Passform, ausgefallene Schnitte und zeitloses Design stehen an erster Stelle.

Noch brauchen wir die warmen Jäckchen, aber bald können wir sie winterfest machen bzw. einmotten. Das Thema Motten hat nichts mit Poesie zu tun. Motten lieben nur hochwertigste Qualitäten wie Merino, Cashmere etc und sind ziemlich fies und anhänglich. Je kostbarer desto besser schmecken sie und uns blutet das Herz. Gegen Lavendel und Zedernholz sind sie immun. Auch härtere Sachen aus der Drogerie lassen sie meist unbeeindruckt. Ärgerlich wenn Sie sich durch ein teures Stück fressen und einfach nichts helfen will.

Wie mache ich meine feinen Wollsachen winterfest ohne das Motten sich durch meine Kostbarkeiten futtern? Ganz einfach und profan.

Legen Sie Ihren Pullover zusammenfaltet in einen Plastikbeutel für 2 bis 3 Tage in den Tiefkühler – fertig. Danach kann nichts mehr passieren. Empfehlenswert danach ist eine Aufbewahrung in einer verschließbaren Box oder Plastikbeutel. So einfach und schlicht und doch mit durchschlagenden Erfolg.
Wer Lavendel zusätzlich mag, auch gut und beruhigt zusätzlich unsere Nerven.

Ich wünsche Ihnen Vorfreude auf einen Neuanfang im Frühling und poetische Momente im Alltag.

Übergänge und Herbstfreuden

Ich liebe den Herbst mit seiner Kühle, seinen Farben und goldenen Licht so viel mehr als das grelle Licht des Sommers. Der Herbst ist nun präsent. Dies macht sich an den Farben und den „mehr“ an Stoffen in unserer Kleidung bemerkbar.

Es macht Freude wieder mehr anzuziehen. Vor 4 Wochen konnte ich mir Strick überhaupt nicht vorstellen und was für eine Freude ist es bei kalten Temperaturen sich etwas kuschelig warmes über zu ziehen.
Haben Sie schon die Herbstteile nach vorne in Ihrem Kleiderschrank geräumt? Mir fällt die Zeit der Übergänge schwerer, denn tagsüber hat die Sonne noch große Kraft und manchmal bin ich unschlüssig was jetzt das ideale ist. Ein Schnupfen war die Folge.

Zwiebellook und atmungsaktive Qualitäten die sich stofflich und farblich ergänzen sind eine gute Lösung. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Alles kann miteinander getragen und kombiniert werden.
Bei den Strukturen der Stoffe darf man ruhig experimentierfreudig sein. Seien Sie auch nicht zögerlich mit der Schichtung von unterschiedlichen Längen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. So entstehen spannende unkonventionelle Looks, die im Alltag funktionieren. Kleider haben Kraft und verleihen Frauen auch Kraft, Ausdruck und Haltung. So gehen wir gestärkt in die dunklere Jahreszeit.

Farblich haben wir uns den Herbst zugewandt. Es zeigt sich ein appetitliches Bitterschokolade (Perfekt mit schwarz kombinierbar), ein Rotwein und feine Edelsteinfarben haben Einzug gehalten. Die Basis ist das zeitlose Schwarz. Alles kann nach Gefühl und Lust miteinander kombiniert werden.

Die streng kuratierte Auswahl macht dies meinen Kunden möglich. Ein kleine doch tiefe Auswahl an Feinheiten für Feinschmeckerinnen. Ich wünsche guten Appetit.

Kommen Sie gut in den Herbst.

Von Jungfernkäufen, einen Sack Muscheln und ein schwangeres Känguru?

Vor ein paar Tagen erreichten mich folgende Zeilen von einer Kundin aus Hannover. Sie hat mich vor bestimmt fast 4 Jahren in Erding entdeckt und wir hatten immer wieder losen Kontakt. Diese Zeilen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Und ich habe hier immer noch kein Geschäft gefunden, das dem Ihrigen auch nur ansatzweise nahe kommt. Abgesehen mal davon, dass mir die meisten Damen in den Läden entweder zu arrogant oder zu doof sind: „das trägt man jetzt so“, wenn ich aussehe wie ein Sack Muscheln oder ein schwangeres Känguru in Panorama-Ausmaßen!!! Denken die, ich kann durch meine Brille nicht gucken?

Somit habe ich heute das erste Mal ohne meinen Mann online bei Ihnen eingekauft und auch bezahlt!

Hab! Geht doch! :-)) Und es war für mich logisch, meinen Jungfernkauf bei Ihnen zu tätigen.

Ja, eigener Stil kann manchmal Verweigerung sein, wenn man bei sich bleibt und eben nicht das kauft was, alle tragen und sich beschwafeln lässt. Manchmal kauft man dann eben gar nichts. Das kann ich nach den letzten anstrengenden Messewochenenden nur bestätigen. Wir Frauen suchen Kleider, die uns eben nicht wie ein Sack Muscheln, geschweige denn, wie ein schwangeres Känguru aussehen lassen, obwohl manche Modetorheit schwer daran erinnert.

Ja, ich weiß, ich verkaufe lässige Kleider die vielleicht auf den ersten Blick nicht so „main-streamig“ sind und muß von Nichtkundinnen den Kommentar von „Säcken“ wegstecken – aber was solls.

Das nicht sofort Eingängige, die Ecken und Kanten machen doch den Reiz aus. Designer, die uns Frauen verstehen und eben nicht von einer 1,80 größen mit 36er Figur ausgehen mit viel Pomp und Spitze.

Obwohl es ab sofort bei mir Tüll gibt. Jawohl – Sie lesen richtig – Tüll als Jacken, Bolero und Tuniken. Tüll, Tüll und nochmals Tüll. Die Designerin hat lange daran gearbeitet das er sich angenehm trägt und gut fällt und eben nicht wie eine Gardine. Ganz schön cool und gar nicht lieblich und verziert. Die ersten Damen durften schon in den Geschmack kommen. Für eine kleine Kostprobe schauen Sie bitte auf https://www.stilecht-erding.de/shop/navi.php?qs=T%FCll

Es gibt auch diese Saison ein nach strengsten Richtlinien kuratiertes Programm auf das ich mich selber freue und Sie hoffentlich auch.

Der Tisch ist reich gedeckt und ich habe wieder Schönmacherschnitte (ganz ohne Muscheln) gefunden. Ich danke Ihnen für die wunderbaren Kontakte von nah und fern, die sich immer wieder ergeben, mich erfreuen und inspirieren.

Leichtigkeit und französische Improvisation

Letzthin sagte mir eine Kundin, sie war kürzlich in Paris und die Pariserinnen wären alle mager und sehr perfekt und sehr schön.

Das konnte ich ebenso wahrnehmen und doch hat es mich nicht losgelassen. Ein Geheimnis rankt um „die Französin“. Für mich hat dies mit Lebensgefühl zu tun. Wissen wer man ist.

„Die Französin“ gibt es nicht. Sie ist ein Mythos. Es gibt allerdings Frauen (darunter ausgesprochen viele Französinnen) die entspannt sind, zumindest manchmal. Sie können improvisieren und das ergibt diese entspannten Looks, die sich fühlen und sehen lassen können. Nicht darüber nachzudenken, was die Nachbarin sagt, oder ob die anderen Schuhe die bessere Möglichkeit sind. Passt mein Schal auch wirklich dazu? Was sind heuer die angesagten Modefarben? Improvisation ist eine hohe Kunst und doch können wir uns darin üben. Nicht den perfekten Look tragen sondern das Spielerische zu betonen. Das geht mit einer gewissen Nonchalance die Leichtigkeit gibt. Das Leichte kann manchmal ganz schön schwer sein.

Manchmal sehne ich mich nach dieser Leichtigkeit. Es geht um Harmonie und Selbstvertrauen. Lebenslust zu kultivieren und zu leben. Die Kleidung die man trägt, das Wohlgefühl in ihnen, ein gutes Gespräch beschwingt ungemein und trägt dazu bei das Spielerische zu pflegen. Das nennt man Leichtigkeit und ja die gibt es, aber eben nicht immer.

Ich freue mich auf den Frühling und manches fühlt sich leichter und beschwingter. an Die Farben sind frühlingshaft, manchmal ausdruckstark. Weiss, marine und schwarz setzen einen starken Kontrast dazu. Die Texturen sind leicht und feiner. Die Looks leicht und doch kraftvoll.

Freuen wir uns an der frühlingshaften Natur und an der Leichtigkeit.

Kleid von Privatsachen

Mut und frische Wege gegen die Langeweile

Das Jahr ist im vollem Gange und die Modemessen halten mich bereits für den nächsten Herbst/Winter in Atem. Die große Kunst besteht im richtigen Weglassen (einer meiner Lieblingsthemen – ich weiß).

Ich wälze mich durch eine riesige Kleiderflut um die „wahrhaftigen“ Teile für meine Kundinnen zu finden – die gute Mischung sozusagen, dass der Mut mich nicht verlässt und um nicht in Mittelmäßigkeit abzugleiten. Den Mut für das besondere Kleidungsstück und die Qualität, die bezahlt sein möchte. Kleidung die uns durchs Leben trägt, uns schützt, im besten Falle gut tut und uns stärkt. Teile die stark machen und das auch zeigen. Weiterlesen